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Die Geschichte des Glücksspiels: von der Antike bis zum Online Casino

Von der Bet24Now-Redaktion · Veröffentlicht Juli 2026

Historisches Roulette-Rad als Sinnbild für die Geschichte des Glücksspiels

Kaum ein menschliches Vergnügen ist so alt wie das Spiel um Einsätze. Die Geschichte des Glücksspiels reicht von geworfenen Tierknochen in der Antike über das erste öffentliche Casino im Venedig des 17. Jahrhunderts und das glamouröse Monte Carlo bis zu den grellen Lichtern von Las Vegas und schließlich ins Internet. Dieser Beitrag erzählt die großen Meilensteine chronologisch: Woher kommen Würfel und Spielkarten? Wo stand das erste Casino? Wer baute den ersten Spielautomaten? Und wann rollte die erste Kugel in einem Online Casino? Eine Reise durch Jahrtausende, in der sich Kultur, Technik und der ewige Reiz des Zufalls begegnen.

⚠️ Wichtig: Dieser Beitrag ordnet das Glücksspiel historisch und kulturell ein, er ist keine Aufforderung zum Spielen. So faszinierend die Geschichte ist, so real bleibt das Risiko: Glücksspiel kann süchtig machen. Spiele nur mit Geld, dessen Verlust du verkraftest, und hol dir Hilfe, wenn es belastet. Kostenlose, anonyme Beratung der BZgA: 0800 1 37 27 00. 18+.

Ein uralter Trieb: Warum der Mensch schon immer spielte

Der Ursprung des Glücksspiels liegt im Dunkel der Vorgeschichte. Fest steht: Das Bedürfnis, den Ausgang eines ungewissen Ereignisses vorherzusagen und darauf etwas zu setzen, ist offenbar so alt wie die Zivilisation selbst. Wo Menschen zusammenlebten, entstanden Spiele um Einsätze, sei es aus Zeitvertreib, aus Wettleidenschaft oder als Teil religiöser Rituale.

Diese frühe Verbindung von Zufall und Bedeutung ist bemerkenswert. Der Wurf eines Knochens entschied nicht nur über Gewinn und Verlust, sondern galt mancherorts auch als Botschaft der Götter. Losen und Spielen lagen oft dicht beieinander. Genau dieser doppelte Reiz, Nervenkitzel und die Deutung des Schicksals, macht das Glücksspiel zu einem kulturellen Phänomen, das jede Epoche neu geformt hat.

Antike und Frühzeit: Würfel, Astragale und erste Wetten

Die frühesten handfesten Spuren des Glücksspiels führen zu den Würfeln, genauer zu ihren Vorläufern. Lange bevor der sechsseitige Würfel Standard wurde, nutzten Menschen sogenannte Astragale. Das sind Sprungbeinknochen von Tieren wie Schafen oder Ziegen, die beim Werfen auf verschiedenen Seiten liegen bleiben und so ein zufälliges Ergebnis liefern. Sie dienten zum Spielen, zum Losen und bei kultischen Handlungen.

Aus dem antiken Rom sind Würfelspiele gut belegt, sie waren weit verbreitet und trotz zeitweiliger Verbote sehr beliebt. Auch im alten China finden sich früh Formen von Wett- und Lotteriespielen. Historiker gehen davon aus, dass Lotterien in verschiedenen Kulturen unabhängig voneinander entstanden, oft um öffentliche Vorhaben zu finanzieren. Präzise Jahreszahlen sind hier mit Vorsicht zu genießen, die Grundtatsache aber ist eindeutig: Gespielt wurde seit dem Altertum.

Zwischen Verbot und Duldung

Schon in der Antike war das Verhältnis zum Glücksspiel zwiespältig. Es wurde geliebt und zugleich immer wieder eingeschränkt, weil man die sozialen Folgen fürchtete. Dieses Spannungsfeld zwischen Faszination und Kontrolle zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Geschichte, bis hin zur modernen Regulierung, wie wir sie im Beitrag zur Glücksspiel-Regulierung in Deutschland genauer beleuchten.

Spielkarten: von China nach Europa

Ein zweiter großer Strang der Geschichte beginnt mit den Spielkarten. Ihr Ursprung wird in Asien verortet, mit frühen Formen in China, das auch die Papierherstellung kannte. Über Handels- und Reisewege gelangten Karten im Spätmittelalter, etwa im 14. Jahrhundert, nach Europa. Dort verbreiteten sie sich rasch und entwickelten mit der Zeit die uns vertrauten Farben und Bildkarten.

Die Karte war eine kleine Revolution. Anders als der reine Zufallswurf des Würfels erlaubten Kartenspiele ein Zusammenspiel aus Glück, Erinnerung und Taktik. Aus dieser Mischung entstanden über die Jahrhunderte die Klassiker, die bis heute jedes Casino prägen: die Vorläufer von Poker, Blackjack und Baccarat. Der Weg vom handgemalten Kartenblatt der Renaissance bis zum digitalen Kartentisch am Bildschirm ist weit, die Grundidee aber blieb dieselbe.

Das erste Casino: das Ridotto in Venedig

Lange wurde in Hinterzimmern, Wirtshäusern und privaten Runden gespielt. Der entscheidende Schritt zum Casino, wie wir es heute verstehen, fiel in Venedig. Dort eröffnete 1638 das Ridotto, ein von der Stadt kontrolliertes Spielhaus. Es gilt als das erste öffentliche, staatlich regulierte Casino der Geschichte.

Das Ridotto war kein anrüchiger Ort, sondern eine offizielle Einrichtung, geöffnet vor allem während des Karnevals. Es verlangte gehobene Kleidung und richtete sich an die venezianische Oberschicht. Die Stadt duldete das Spiel nicht nur, sie kontrollierte es und profitierte davon. Genau das ist der Wendepunkt: Aus dem geduldeten Laster wurde ein reguliertes Angebot mit festen Regeln. Nach über einem Jahrhundert wurde das Ridotto Mitte des 18. Jahrhunderts wieder geschlossen, sein Erbe aber lebt in jedem heutigen Casino fort.

Interessant ist der Vergleich zur Gegenwart: Schon damals ging es um dieselbe Grundfrage, die auch moderne Anbieter beschäftigt, nämlich das Gleichgewicht zwischen Angebot, Kontrolle und Schutz. Wie sich das im Vergleich von stationärem und digitalem Spiel darstellt, zeigt unser Beitrag Spielbank vs. Online Casino.

Die Geschichte des Roulettes und der Aufstieg von Monte Carlo

Kaum ein Spiel steht so sehr für das Casino wie das Roulette. Seine Geschichte beginnt im 18. Jahrhundert in Frankreich, wo sich das drehende Rad mit der Kugel aus mehreren älteren Glücksspielen entwickelte. Der Name selbst, französisch für „kleines Rad", verrät die Herkunft.

Der Mythos Pascal

Oft heißt es, der Mathematiker Blaise Pascal habe das Roulette erfunden. Das ist so nicht richtig. Pascal arbeitete im 17. Jahrhundert an einem Perpetuum mobile, einem sich ewig drehenden Rad. Dieses Experiment wird gelegentlich als eine von mehreren Inspirationen für das spätere Roulette-Rad genannt. Eine bewusste Erfindung des Spiels war es nicht. Vorsichtig formuliert: Pascals Rad steht am Rand der Geschichte, nicht in ihrem Zentrum. Das Roulette lässt sich keinem einzelnen Erfinder zuschreiben.

Monte Carlo als Bühne

Zur Weltbühne wurde das Roulette im 19. Jahrhundert in Monte Carlo. Das Casino im Fürstentum Monaco nahm ab 1863 unter der Leitung von François Blanc einen enormen Aufschwung und zog den europäischen Adel sowie wohlhabende Reisende an. Monte Carlo prägte das Bild des eleganten, glamourösen Casinos, das bis heute in Filmen und Romanen weiterlebt. Wie stark das Casino die Popkultur beeinflusst hat, zeigt unser Beitrag Casinos im Film. Wer die Regeln des Klassikers heute lernen will, findet einen Einstieg unter Online-Roulette.

Die Geschichte der Spielautomaten: Charles Fey und die Liberty Bell

Während Europa das elegante Tischspiel pflegte, entstand in den USA eine ganz andere Idee: der mechanische Spielautomat. Als erster echter Slot gilt die Liberty Bell, die dem Mechaniker Charles Fey zugeschrieben wird. Er baute sie gegen Ende des 19. Jahrhunderts, um 1895, in San Francisco.

Die Liberty Bell hatte drei drehende Walzen mit Symbolen wie Hufeisen, Karten-Motiven und einer Freiheitsglocke, die dem Automaten den Namen gab. Wer drei Glocken in einer Reihe traf, gewann den Höchstbetrag. Das Geniale daran war die Einfachheit: kein Gegenspieler, keine komplizierten Regeln, nur ein Hebel und der Nervenkitzel des Zufalls. Dieses Prinzip machte den Automaten zum Massenphänomen.

Von der mechanischen Walze führt eine direkte Linie zu den digitalen Slots von heute. Die Symbole wurden zu Pixeln, der Hebel zum Klick, der Zufall zum Zufallsgenerator. Wer die Entwicklung der Symbolik nachvollziehen möchte, findet Hintergründe im Beitrag zu den Slot-Symbolen. Im Kern aber blieb die Idee von Charles Fey über mehr als ein Jahrhundert erstaunlich stabil.

Las Vegas: die Geburt der Glücksspielmetropole

Das 20. Jahrhundert brachte den nächsten großen Schauplatz. 1931 legalisierte der US-Bundesstaat Nevada das Glücksspiel. Damit war die rechtliche Grundlage geschaffen, auf der ein Wüstenort namens Las Vegas über die folgenden Jahrzehnte zur bekanntesten Glücksspielmetropole der Welt aufstieg.

Der Aufstieg war kein Zufall, sondern das Ergebnis eines klugen Zusammenspiels: großzügige Gesetze, gewaltige Hotels und Casinos entlang des berühmten Strip, dazu Shows, Konzerte und ein gezielt aufgebautes Image als Stadt des Vergnügens. Las Vegas verkaufte nicht nur das Spiel, sondern ein ganzes Erlebnis. Über die Jahrzehnte wurde die Stadt zum Sinnbild des Casinos schlechthin und zum Vorbild für Spielerstädte auf der ganzen Welt.

Interessant ist, wie sehr das Glücksspiel dabei ganze Städte geprägt hat, wirtschaftlich, städtebaulich und kulturell. Dieses Wechselspiel beleuchten wir im Beitrag Wie Casinos Städte verändern. Las Vegas ist das prominenteste, aber längst nicht das einzige Beispiel dafür.

Die Online-Ära: die ersten Online Casinos der 1990er

Der jüngste und vielleicht radikalste Bruch kam mit dem Internet. Mitte der 1990er Jahre entstanden die ersten Online Casinos. Verbreitet genannt werden die Jahre ab 1994 bis 1996. Damit verließ das Glücksspiel den physischen Raum und wanderte auf den Bildschirm.

Zwei Entwicklungen machten das möglich. Zum einen schuf das karibische Antigua und Barbuda mit einer eigenen Gesetzgebung eine rechtliche Grundlage für die Lizenzierung von Online-Glücksspiel. Zum anderen lieferte der Software-Anbieter Microgaming früh die technische Basis für digitale Casinospiele. Zusammen mit sicheren Zahlungswegen und der wachsenden Verbreitung des Internets entstand daraus binnen weniger Jahre eine ganze Branche.

Was mit einfachen digitalen Spielen begann, entwickelte sich rasant weiter. Aus statischen Slots wurden aufwendige Spielwelten, und mit schnellem Internet kam das Live-Casino mit echten Dealern per Videostream hinzu. Wie sich diese Technik entwickelt hat, zeigt unser Beitrag zur Evolution der Live-Dealer. Das Online Casino von heute ist damit der vorläufige Endpunkt einer sehr langen Reise, vom Knochen im Staub bis zum Stream in Echtzeit.

Vom Wildwuchs zur Regulierung: Glücksspiel in Deutschland heute

So spannend der Rückblick ist, so wichtig ist der Bogen in die Gegenwart. Lange war die Rechtslage beim Online-Glücksspiel in Deutschland unklar. Das änderte sich mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021, der seit dem 1. Juli 2021 gilt und den Online-Markt erstmals bundesweit geregelt hat.

Zentrale Aufsichtsbehörde ist heute die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder, kurz GGL, mit Sitz in Halle (Saale). Sie ist seit 2023 voll zuständig. Bundesweit erlaubt sind vor allem virtuelle Automatenspiele und Online-Poker, verbunden mit strengen Vorgaben zum Spielerschutz, etwa Einsatz- und Einzahlungslimits. Damit schließt sich ein historischer Kreis: Wie schon beim Ridotto in Venedig geht es darum, das Spiel nicht zu verbieten, sondern in geordnete, kontrollierte Bahnen zu lenken.

Der große Unterschied zu früher liegt im Fokus auf dem Schutz der Spieler. Wo in der Antike Verbote drohten und im 17. Jahrhundert vor allem die Staatskasse mitverdiente, steht heute die Prävention im Vordergrund. Das ist der eigentliche Fortschritt der Glücksspielgeschichte, und er verlangt vom Einzelnen, verantwortungsvoll mit dem eigenen Spiel umzugehen. Wie das gelingt, erklärt unser Ratgeber zum verantwortungsvollen Spielen.

Zeitstrahl: die Meilensteine im Überblick

Die folgende Übersicht fasst die großen Etappen der Glücksspiel-Geschichte zusammen. Wo genaue Daten unsicher sind, ist der Zeitraum bewusst offen formuliert.

EpocheMeilenstein
Antike / FrühzeitAstragale und Würfelspiele; frühe Wett- und Lotterieformen in Rom und China
Spätmittelalter (ca. 14. Jh.)Spielkarten gelangen aus Asien nach Europa
1638Das Ridotto in Venedig eröffnet, gilt als erstes staatlich reguliertes Casino
18. JahrhundertDas Roulette entsteht in Frankreich
ab 1863Monte Carlo wird unter François Blanc zum Zentrum des mondänen Spiels
um 1895Charles Fey baut mit der Liberty Bell den ersten mechanischen Spielautomaten
1931Nevada legalisiert Glücksspiel, Las Vegas beginnt seinen Aufstieg
Mitte der 1990er (ab 1994/1996)Die ersten Online Casinos entstehen
2021Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 regelt den deutschen Online-Markt bundesweit

Der Zeitstrahl macht ein Muster sichtbar: Jede große Etappe verband einen kulturellen oder technischen Sprung mit dem alten Reiz des Zufalls. Der Würfel wurde zur Karte, die Karte zum Tisch, der Tisch zur Maschine und die Maschine schließlich zum Bildschirm.

So liest man historische Datierungen richtig

Ein kurzer Hinweis zum Umgang mit Jahreszahlen in der Glücksspiel-Geschichte, quasi als Schritt-für-Schritt-Orientierung beim Weiterlesen:

  1. Unterscheide belegt und überliefert: Ein Datum wie 1638 für das Ridotto ist gut dokumentiert. Aussagen über „das erste Würfelspiel der Menschheit" sind es nicht und bleiben Näherungen.
  2. Achte auf Formulierungen wie „gilt als": Wenn die Liberty Bell „als" erster Spielautomat gilt, heißt das, es ist der anerkannte, aber nicht der einzig denkbare Kandidat.
  3. Erwarte Spannen statt Punkte: Bei den ersten Online Casinos ist die Angabe 1994 bis 1996 ehrlicher als ein einzelnes exaktes Datum.
  4. Trenne Inspiration von Erfindung: Pascals Rad inspirierte womöglich das Roulette, erfand es aber nicht. Solche Unterschiede machen den Kern einer sauberen Geschichtsbetrachtung aus.

Häufige Irrtümer über die Geschichte des Glücksspiels

Rund um die Historie ranken sich einige Legenden, die sich hartnäckig halten. Die wichtigsten im Faktencheck:

„Blaise Pascal hat das Roulette erfunden."

Das ist zu stark formuliert. Pascal arbeitete an einem sich ewig drehenden Rad, einem Perpetuum mobile. Dieses Rad wird höchstens als eine indirekte Inspiration für das spätere Roulette genannt. Das Spiel selbst entstand erst im 18. Jahrhundert aus mehreren Vorläufern und hat keinen einzelnen Erfinder.

„Das erste Casino stand in Las Vegas."

Ein verbreiteter Irrtum. Las Vegas wurde erst nach der Legalisierung von 1931 groß. Das erste öffentliche, regulierte Casino war rund drei Jahrhunderte früher das Ridotto in Venedig, eröffnet 1638.

„Spielkarten sind eine europäische Erfindung."

Auch das stimmt nicht. Der Ursprung der Spielkarten liegt in Asien, mit frühen Formen in China. Nach Europa kamen sie erst im Spätmittelalter, wo sie dann weiterentwickelt wurden.

„Früher gab es keine Regeln, jeder spielte, wie er wollte."

Das Gegenteil ist der Fall. Schon in der Antike gab es Verbote und Einschränkungen, und das Ridotto war von Anfang an staatlich kontrolliert. Die Spannung zwischen Freiheit und Regulierung ist so alt wie das Glücksspiel selbst und mündet heute in den modernen Spielerschutz.

Fazit

Die Geschichte des Glücksspiels ist eine Geschichte des Menschen selbst: sein Hang zum Zufall, sein Erfindungsreichtum und sein ewiges Ringen zwischen Faszination und Kontrolle. Von den Astragalen der Antike über das Ridotto in Venedig, das Roulette Frankreichs, Charles Feys Liberty Bell und die Lichter von Las Vegas bis zu den ersten Online Casinos der 1990er zieht sich eine erstaunlich klare Linie. Jede Epoche hat das alte Spiel neu erfunden, ohne seinen Kern zu verlieren.

Der wohl wichtigste Fortschritt ist der jüngste: Wo früher Verbot oder reine Gewinnabsicht dominierten, steht heute der Schutz der Spieler im Mittelpunkt, in Deutschland festgeschrieben im Glücksspielstaatsvertrag 2021. Wer sich für die Geschichte begeistert, sollte diesen Teil ernst nehmen. Der Reiz des Zufalls ist ungebrochen, das Risiko aber auch. Wenn du spielst, dann bewusst, mit Limit und Verstand. Einen guten Einstieg dafür bietet unser Ratgeber zum verantwortungsvollen Spielen.

Häufige Fragen

Seit wann gibt es Glücksspiel?

Glücksspiel ist uralt und lässt sich bis in die Antike und Frühgeschichte zurückverfolgen. Als frühe Vorläufer der Würfel gelten Astragale, also Knöchelchen von Tieren, die schon vor Jahrtausenden zum Losen und Spielen genutzt wurden. Auch aus dem antiken Rom und dem alten China sind frühe Formen von Wett-, Würfel- und Lotteriespielen überliefert. Ein exaktes Datum lässt sich nicht nennen, das Bedürfnis, um Einsätze zu spielen, begleitet den Menschen aber offenbar seit sehr langer Zeit.

Wann wurde das erste Casino eröffnet?

Als erstes öffentliches, staatlich reguliertes Spielhaus gilt das Ridotto in Venedig, das 1638 eröffnet wurde. Es war ein von der Stadt kontrollierter Ort, an dem das Spielen unter Aufsicht erlaubt war. Zwar gab es schon vorher private Spielrunden und Spielhäuser, das Ridotto steht aber für den Beginn des Casinos als offizielle, regulierte Einrichtung.

Was war das Ridotto in Venedig?

Das Ridotto war ein 1638 in Venedig eröffnetes, staatlich reguliertes Spielhaus und gilt als erstes Casino im heutigen Sinne. Es war während des Karnevals geöffnet, verlangte gehobene Kleidung und richtete sich vor allem an die Oberschicht. Nach über einem Jahrhundert wurde es Mitte des 18. Jahrhunderts wieder geschlossen, gilt aber bis heute als Wiege des öffentlichen Casinos.

Wer hat das Roulette erfunden?

Das Roulette entstand im 18. Jahrhundert in Frankreich. Ein einzelner Erfinder lässt sich nicht sicher benennen. Häufig wird das drehende Rad mit den Experimenten des Mathematikers Blaise Pascal in Verbindung gebracht, der im 17. Jahrhundert an einem Perpetuum mobile arbeitete. Das ist eher eine indirekte Verbindung als eine bewusste Erfindung des Spiels. Das Roulette, wie wir es kennen, entwickelte sich aus mehreren älteren Glücksspielen.

Wer erfand den ersten Spielautomaten?

Als erster mechanischer Spielautomat gilt die Liberty Bell, die dem Mechaniker Charles Fey zugeschrieben wird und die er gegen Ende des 19. Jahrhunderts, um 1895, in San Francisco baute. Der Automat hatte drei drehende Walzen mit Symbolen wie Hufeisen und einer Freiheitsglocke, die dem Gerät den Namen gab. Die Liberty Bell gilt als direkter Vorläufer aller späteren Spielautomaten.

Wann kamen die ersten Online Casinos?

Die ersten Online Casinos entstanden Mitte der 1990er Jahre. Verbreitet genannt werden die Jahre ab 1994 bis 1996. Wichtige Grundlagen waren die Lizenzgesetzgebung im karibischen Antigua und Barbuda sowie die Casino-Software des Anbieters Microgaming. Mit der wachsenden Verbreitung des Internets und sicherer Zahlungswege entwickelte sich daraus in den folgenden Jahren eine ganze Branche.

Woher stammen Spielkarten?

Spielkarten haben ihren Ursprung in Asien, mit frühen Formen in China. Über Handelswege gelangten sie im Spätmittelalter, etwa im 14. Jahrhundert, nach Europa. Dort entwickelten sich mit der Zeit die heute bekannten Farben und Bildkarten. Kartenspiele wurden schnell populär und bilden bis heute die Grundlage für Klassiker wie Poker, Blackjack und Baccarat.

Warum wurde Las Vegas zur Glücksspielmetropole?

Der Bundesstaat Nevada legalisierte das Glücksspiel 1931. Damit war die rechtliche Grundlage geschaffen, auf der Las Vegas im Laufe des 20. Jahrhunderts zur weltbekannten Glücksspielmetropole aufstieg. Große Hotels und Casinos entlang des Strip, Unterhaltungsangebote und ein gezieltes Image als Vergnügungsstadt machten die Stadt zum Sinnbild des Casinos schlechthin.

Stammt das Roulette wirklich von Blaise Pascal?

Das ist einer der häufigsten Irrtümer. Blaise Pascal hat das Roulette nicht als Spiel erfunden. Er arbeitete im 17. Jahrhundert an einem sich ewig drehenden Rad, einem Perpetuum mobile. Dieses Rad wird gelegentlich als eine von mehreren Inspirationen für das spätere Roulette-Rad genannt. Das eigentliche Glücksspiel entstand aber erst im 18. Jahrhundert in Frankreich aus mehreren Vorläuferspielen und lässt sich keinem einzelnen Erfinder zuschreiben.

Welche Rolle spielte Monte Carlo in der Geschichte des Glücksspiels?

Monte Carlo im Fürstentum Monaco wurde im 19. Jahrhundert zu einem Zentrum des mondänen Glücksspiels. Das dortige Casino nahm ab 1863 unter der Leitung von François Blanc einen großen Aufschwung und zog den europäischen Adel und wohlhabende Reisende an. Monte Carlo prägte das Bild des eleganten, glamourösen Casinos und wurde zum Vorbild für viele spätere Spielbanken.

Wie ist Glücksspiel heute in Deutschland reguliert?

In Deutschland regelt seit dem 1. Juli 2021 der Glücksspielstaatsvertrag 2021 das Online-Glücksspiel bundesweit. Zentrale Aufsichtsbehörde ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz in Halle (Saale), die seit 2023 voll zuständig ist. Erlaubt sind bundesweit vor allem virtuelle Automatenspiele und Online-Poker, verbunden mit strengen Vorgaben zum Spielerschutz wie Einsatz- und Einzahlungslimits.

Was waren Astragale?

Astragale sind Sprungbeinknochen von Tieren wie Schafen oder Ziegen, die in der Antike als eine Art früher Würfel dienten. Weil sie beim Werfen auf unterschiedlichen Seiten liegen bleiben, ließen sich mit ihnen Zufallsergebnisse erzeugen. Sie wurden zum Spielen, aber auch zum Losen und bei religiösen Handlungen genutzt und gelten als Vorläufer der später verbreiteten sechsseitigen Würfel.

Wann entstand das erste Glücksspiel im Internet mit echtem Geld?

Echtgeld-Angebote im Internet entwickelten sich Mitte der 1990er Jahre parallel zu den ersten Online Casinos. Nachdem in Antigua und Barbuda eine rechtliche Grundlage für Online-Glücksspiel geschaffen wurde und Software für sichere Transaktionen verfügbar war, konnten Spieler ab etwa Mitte der Neunziger erstmals online um echtes Geld spielen. Genaue Erstdaten variieren je nach Quelle, der Zeitraum 1994 bis 1996 wird dabei am häufigsten genannt.