Glücksspielwerbung in Deutschland: Regeln, Verbote und Grenzen

Kaum ein Thema im deutschen Glücksspielrecht wird so hitzig diskutiert wie die Werbung. Warum laufen Casino-Spots erst spätabends? Dürfen Streamer überhaupt für Anbieter werben? Und wieso taucht auf mancher Werbung ein groß gedruckter Suchthinweis auf? Die Glücksspielwerbung in Deutschland folgt klaren Regeln, die den Spagat zwischen einem legalen Markt und dem Schutz gefährdeter Menschen versuchen. Dieser Beitrag erklärt, welche Werbung erlaubt ist, was streng verboten bleibt, was hinter dem berühmten Nachtzeitfenster steckt und warum es diese Grenzen überhaupt gibt.
Der Grundsatz: erlaubt, aber beschränkt
Der wichtigste Satz zuerst: Werbung für legale, in Deutschland lizenzierte Glücksspielangebote ist grundsätzlich erlaubt, unterliegt aber deutlichen Beschränkungen. Werbung für unerlaubtes, nicht lizenziertes Glücksspiel vom Schwarzmarkt ist dagegen verboten. Aus diesem einen Grundsatz leitet sich fast alles ab, was das deutsche Werberecht zum Glücksspiel regelt.
Dahinter steht eine bewusste Entscheidung des Gesetzgebers. Ein vollständiges Werbeverbot hätte den legalen Markt geschwächt, ohne den illegalen zu treffen. Eine unbeschränkte Werbefreiheit hätte dagegen den Jugend- und Spielerschutz untergraben. Der Kompromiss lautet: begrenzte, klar geregelte Werbung für erlaubte Anbieter, kombiniert mit einem harten Vorgehen gegen Werbung für illegale Angebote. Wer verstehen will, welche Anbieter überhaupt legal werben dürfen, findet den nötigen Hintergrund in unserem Überblick zu den Casino-Lizenzen.
Die Beschränkungen betreffen vor allem drei Dinge: wann geworben werden darf (das Nachtzeitfenster), wie geworben werden darf (Pflichthinweise, kein irreführender Inhalt) und an wen sich Werbung richten darf (nicht an Minderjährige oder gesperrte Spieler). Diese drei Ebenen ziehen sich durch den gesamten Beitrag.
Rechtsrahmen: GlüStV 2021 und die GGL
Rechtliche Grundlage ist der Glücksspielstaatsvertrag 2021, kurz GlüStV 2021, der seit dem 1. Juli 2021 gilt. Er regelt nicht nur, welche Online-Glücksspiele in Deutschland erlaubt sind, sondern auch, wie dafür geworben werden darf. Die Werbung ist damit kein rechtsfreier Raum, sondern Teil desselben strengen Regelwerks, das auch die Anbieter selbst bindet.
Zuständige Aufsicht ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder, kurz GGL, mit Sitz in Halle (Saale). Sie überwacht die Einhaltung der Werbevorgaben, geht gegen unerlaubte Werbung vor und verfolgt zugleich die dahinterstehenden illegalen Anbieter. Die GGL ist damit die zentrale Instanz, wenn es um die Frage geht, ob eine konkrete Werbung zulässig ist. Wie der gesamte Ordnungsrahmen entstanden ist und wirkt, vertiefen wir im Beitrag zur Glücksspiel-Regulierung in Deutschland.
Wichtig ist das Zusammenspiel: Die Werberegeln funktionieren nur, weil dahinter eine Behörde mit echten Befugnissen steht. Ohne Aufsicht wären selbst gute Regeln zahnlos. Die GGL kann Werbung untersagen, Verstöße ahnden und gegen illegale Anbieter samt ihren Werbepartnern vorgehen.
Das Nachtzeitfenster von 21 bis 6 Uhr
Die wohl bekannteste Regel ist das sogenannte Nachtzeitfenster. Werbung für virtuelle Automatenspiele (Online-Slots) und Online-Poker im Fernsehen und im Internet ist nur in der Zeit zwischen 21:00 Uhr und 06:00 Uhr zulässig. Genau deshalb siehst du entsprechende Casino-Spots im TV erst am späten Abend und nicht mitten am Nachmittag.
Der Gedanke dahinter ist einfach: Tagsüber und am frühen Abend erreicht Fernseh- und Internetwerbung besonders viele Kinder, Jugendliche und ein breites Publikum. In der Nacht sinkt dieser Anteil erheblich. Das Zeitfenster ist damit ein Werkzeug des Jugendschutzes, das die Reichweite bei besonders schutzbedürftigen Gruppen gezielt begrenzt, ohne Werbung vollständig zu verbieten.
Was das Fenster konkret umfasst
Zu beachten ist der genaue Zuschnitt: Das feste Nachtzeitfenster betrifft ausdrücklich die Spielformen Online-Slots und Online-Poker und die Kanäle Fernsehen und Internet. Es ist keine pauschale Regel für jede denkbare Glücksspielwerbung. Andere Spielformen und andere Werbekanäle können abweichend geregelt sein. Für die im Alltag sichtbarste Online-Casino-Werbung ist die 21-bis-6-Uhr-Grenze aber der zentrale Bezugspunkt.
Ein praktisches Beispiel: Ein legaler, in Deutschland lizenzierter Anbieter schaltet einen TV-Spot für seine Online-Slots. Dieser Spot darf um 22:30 Uhr laufen, aber nicht um 15:00 Uhr. Läuft dieselbe Werbung tagsüber, verstößt sie gegen die zeitliche Beschränkung, unabhängig davon, wie seriös der Anbieter sonst ist.
Was ist verboten?
Neben der zeitlichen Beschränkung gibt es klare inhaltliche Grenzen. Verboten oder unzulässig ist insbesondere:
- Werbung für unerlaubtes Glücksspiel: Für nicht in Deutschland lizenzierte Schwarzmarkt-Anbieter darf gar nicht geworben werden. Das ist das härteste Verbot überhaupt.
- Ansprache von Minderjährigen und gesperrten Spielern: Werbung darf sich nicht an diese Gruppen richten und sie nicht besonders ansprechen, weder durch Motive noch durch die Wahl des Umfelds.
- Irreführende Werbung: Aussagen, die Gewinne als sicher oder wahrscheinlich darstellen oder Glücksspiel als Weg aus finanziellen Problemen anpreisen, sind unzulässig.
- Verharmlosung der Risiken: Werbung, die den Eindruck erweckt, Glücksspiel sei harmlos oder eine verlässliche Einnahmequelle, ist nicht erlaubt.
Der rote Faden ist immer derselbe: Werbung darf informieren und einen legalen Anbieter bekannt machen, sie darf aber nicht täuschen, verharmlosen oder gefährdete Menschen ansprechen. Wer den unregulierten Bereich und seine Gefahren verstehen will, findet die Hintergründe im Beitrag zum Online-Casino-Schwarzmarkt.
Pflichthinweise in der Werbung
Legale Glücksspielwerbung informiert nicht nur, sie warnt auch. Der Gesetzgeber verlangt, dass Werbung bestimmte Pflichthinweise enthält. Dazu gehören:
- Hinweis auf die Volljährigkeit (18+): Glücksspiel ist ausschließlich für Erwachsene.
- Hinweis auf Suchtrisiken: Werbung muss darauf aufmerksam machen, dass Glücksspiel süchtig machen kann.
- Hinweis auf Hilfe- und Sperrmöglichkeiten: Es muss auf Beratungsangebote und auf die Möglichkeit einer Sperre verwiesen werden.
Diese Hinweise sind kein schmückendes Beiwerk, sondern ein bewusster Gegenpol zur werblichen Botschaft. Während der Spot zum Spielen einlädt, erinnern die Pflichthinweise an das Alter, die Risiken und die Hilfsangebote. Eine der wichtigsten Sperrmöglichkeiten ist die zentrale Sperrdatei OASIS, deren Funktionsweise wir im Beitrag zur OASIS-Spielersperre erklären. Wer Werbung ohne jeden solchen Hinweis sieht, sollte hellhörig werden.
Werbeformen im Überblick
Die folgende Tabelle ordnet die wichtigsten Werbeformen ein: ob sie grundsätzlich erlaubt oder eingeschränkt sind und welche Auflage jeweils im Vordergrund steht. Sie ersetzt keine Rechtsberatung, hilft aber, das Gesamtbild schnell zu erfassen.
| Werbeform | Erlaubt oder eingeschränkt | Wichtigste Auflage |
|---|---|---|
| TV-Werbung für Online-Slots & Online-Poker | Eingeschränkt erlaubt | Nur zwischen 21:00 und 06:00 Uhr, mit Pflichthinweisen |
| Internet-/Online-Werbung für Online-Slots & Online-Poker | Eingeschränkt erlaubt | Nachtzeitfenster 21 bis 6 Uhr, kein Ansprechen Minderjähriger |
| Werbung für unerlaubte (Schwarzmarkt-)Anbieter | Verboten | Grundsätzliches Verbot, wird von der GGL verfolgt |
| Influencer-/Streamer-Werbung | Eingeschränkt erlaubt | Nur legale Anbieter, klare Kennzeichnung, kein junges Zielpublikum |
| Sport-/Trikotsponsoring durch legale Anbieter | Eingeschränkt, umstritten | Politisch diskutiert, bestimmte Formen eingeschränkt |
| Irreführende Werbung (sichere Gewinne, Schuldenlösung) | Verboten | Keine Täuschung, keine Verharmlosung der Risiken |
| Werbung ohne Pflichthinweise | Unzulässig | 18+, Suchtrisiken und Hilfeangebote sind verpflichtend |
Man erkennt das Muster: Für legale Anbieter ist vieles möglich, aber stets an Auflagen gebunden. Sobald es um illegale Angebote, Irreführung oder fehlende Warnhinweise geht, kippt die Bewertung ins Verbotene.
Influencer, Streamer und Social Media
Ein Bereich, der viele Fragen aufwirft, ist die Werbung durch Influencer und Streamer. Die zentrale Botschaft: Es gelten dieselben Regeln wie für jede andere Werbung. Ein Streamer darf nur für legale, in Deutschland lizenzierte Angebote werben, muss die Werbung klar kenntlich machen und darf sich nicht gezielt an ein minderjähriges Publikum richten.
Besonders heikel wird es beim Zielpublikum. Viele Streaming- und Social-Media-Formate erreichen ein sehr junges Publikum. Genau das macht Glücksspielwerbung in diesem Umfeld problematisch, denn das Verbot, Minderjährige besonders anzusprechen, gilt auch hier. Die GGL verfolgt vor allem die Bewerbung illegaler Angebote, die im Umfeld von Casino-Streams immer wieder ein Thema ist.
Ein typisches Praxisbeispiel
Stell dir vor, ein Streamer spielt live an Online-Slots und verlinkt dabei einen Anbieter, der keine deutsche Lizenz besitzt. Das ist gleich in mehrfacher Hinsicht kritisch: Es ist Werbung für ein unerlaubtes Angebot, sie erreicht potenziell Minderjährige, und sie zeigt Gewinne in einer Weise, die zum Nachahmen verleiten kann. Solche Konstellationen stehen im Fokus der Aufsicht.
Sponsoring und Trikotwerbung
Auch das Sponsoring durch Glücksspielanbieter ist ein eigenes Kapitel. Trikot- und Sportsponsoring durch legale Anbieter ist grundsätzlich möglich, aber ein umstrittenes, politisch diskutiertes Thema, und bestimmte Formen sind eingeschränkt. Immer wieder wird über strengere Vorgaben oder Verbote debattiert.
Der Grund für die Diskussion liegt auf der Hand: Sportsponsoring, etwa auf Trikots oder Banden, erreicht ein sehr breites Publikum, darunter viele junge Fans. Kritiker sehen darin eine Normalisierung des Glücksspiels, Befürworter verweisen auf die Finanzierung des Sports und die Sichtbarkeit legaler statt illegaler Anbieter. Der Gesetzgeber bewegt sich hier in einem Spannungsfeld, das bislang nicht abschließend gelöst ist.
Für Verbraucher ist vor allem eines wichtig: Auch beim Sponsoring gelten die Grundregeln. Ein legaler Anbieter darf auftreten, ein illegaler nicht. Ein prominentes Logo auf einem Trikot ist kein Beweis für Seriosität, sondern nur dann unbedenklich, wenn der Anbieter tatsächlich in Deutschland lizenziert ist.
Warum es diese Regeln gibt
Hinter den vielen Einzelvorschriften stehen zwei große Ziele, die den gesamten Glücksspielstaatsvertrag prägen.
Spieler- und Jugendschutz
Glücksspiel kann süchtig machen, und Werbung erhöht die Sichtbarkeit und Verfügbarkeit im Kopf. Wer ständig mit Casino-Werbung konfrontiert wird, denkt öfter ans Spielen. Besonders empfindlich sind Kinder, Jugendliche und Menschen mit einer Gefährdung. Das Nachtzeitfenster, das Verbot der Ansprache Minderjähriger und die Pflichthinweise zielen genau darauf: Sie sollen die Reize dämpfen und die Risiken sichtbar machen.
Kanalisierung weg vom Schwarzmarkt
Das zweite Ziel klingt zunächst widersprüchlich: Warum überhaupt Werbung erlauben? Der Gedanke ist die sogenannte Kanalisierung. Der Staat will Spieler, die ohnehin spielen, in den legalen, kontrollierten Markt lenken, statt sie dem Schwarzmarkt zu überlassen. Dafür müssen legale Anbieter überhaupt sichtbar sein dürfen. Gleichzeitig wird Werbung für illegale Angebote unterbunden. So soll der geschützte Markt gestärkt und der ungeschützte geschwächt werden. Wer selbst auf legale Angebote achten möchte, findet Orientierung im Ratgeber zum verantwortungsvollen Spielen.
Diese beiden Ziele stehen in einem Dauerkonflikt. Zu viel Werbung gefährdet den Schutz, zu wenig Werbung schwächt die Kanalisierung. Die konkreten Regeln, von der Nachtzeit bis zu den Pflichthinweisen, sind der Versuch, zwischen beiden eine Balance zu finden.
Checkliste: legale Werbung erkennen
Als Verbraucher kannst du in wenigen Sekunden einschätzen, ob eine Glücksspielwerbung seriös wirkt. Gehe die folgenden Punkte durch:
- Pflichthinweise suchen: Enthält die Werbung einen Hinweis auf 18+, auf Suchtrisiken und auf Hilfe- oder Sperrmöglichkeiten? Fehlt das komplett, ist das ein Warnsignal.
- Anbieter prüfen: Wird ein konkreter, benannter Anbieter beworben? Gleiche ihn mit der offiziellen Whitelist der GGL auf gluecksspiel-behoerde.de ab.
- Uhrzeit beachten: Läuft ein TV- oder Online-Spot für Online-Slots oder Poker mitten am Tag statt in der Nacht, passt das nicht zum Nachtzeitfenster.
- Auf Versprechen achten: Werden sichere Gewinne, schnelles Geld oder eine Lösung für Schulden versprochen? Solche Aussagen sind unzulässig und ein klares Alarmzeichen.
- Zielgruppe hinterfragen: Richtet sich die Werbung erkennbar an ein junges Publikum, etwa durch Umfeld oder Ansprache? Das wäre unzulässig.
- Im Zweifel ignorieren: Wirkt eine Werbung reißerisch und nennt keinen lizenzierten Anbieter, folge dem Link nicht und registriere dich nicht.
Ein Beispiel aus dem Alltag: Du siehst spätabends einen TV-Spot eines benannten Anbieters, klein eingeblendet stehen 18+, ein Suchthinweis und ein Verweis auf Hilfe. Das sind gute Zeichen. Siehst du dagegen tagsüber ein Social-Media-Posting mit dem Versprechen garantierter Gewinne und ohne jeden Warnhinweis, spricht alles gegen eine legale Werbung.
Häufige Missverständnisse
Rund um die Glücksspielwerbung kursieren einige hartnäckige Irrtümer. Die wichtigsten im Faktencheck:
„Casino-Werbung ist in Deutschland komplett verboten."
Das stimmt nicht. Werbung für legale, lizenzierte Anbieter ist grundsätzlich erlaubt, nur eben beschränkt. Verboten ist die Werbung für unerlaubtes Glücksspiel, nicht die Werbung an sich.
„Wenn es dafür Werbung gibt, muss der Anbieter legal sein."
Leider nein. Zwar ist Werbung für illegale Anbieter verboten, doch nicht jede Werbung, die dir begegnet, hält sich an die Regeln. Gerade im Internet und in sozialen Medien taucht immer wieder unzulässige Werbung auf. Der einzige verlässliche Test bleibt der Abgleich mit der Whitelist der GGL.
„Das Nachtzeitfenster gilt für jede Glücksspielwerbung."
Auch das ist zu pauschal. Die feste 21-bis-6-Uhr-Regel betrifft Werbung für virtuelle Automatenspiele und Online-Poker in Fernsehen und Internet. Andere Spielformen und Kanäle können anders geregelt sein.
„Sponsoring auf Trikots ist ein Freibrief."
Ein prominentes Logo auf einem Trikot sagt nichts darüber aus, ob ein Anbieter für dich legal spielbar ist. Sponsoring ist ohnehin ein umstrittenes, eingeschränktes Feld. Entscheidend ist immer die deutsche Lizenz, nicht die Präsenz im Stadion.
Häufige Fehler von Verbrauchern
Aus der Praxis sehen wir immer wieder dieselben Fehleinschätzungen, die sich leicht vermeiden lassen:
- Werbung mit Seriosität verwechseln: Nur weil ein Anbieter viel wirbt, ist er nicht automatisch legal oder gut. Prüfe die Lizenz, nicht das Werbebudget.
- Auf Gewinnversprechen hereinfallen: „Sichere Gewinne" oder „schnelles Geld" sind unzulässige und unrealistische Aussagen. Wer damit wirbt, missachtet die Regeln.
- Streamer-Empfehlungen blind folgen: Eine Empfehlung im Stream ist Werbung, kein neutraler Test. Prüfe den Anbieter selbst, statt dem Hype zu folgen.
- Pflichthinweise übersehen: Die kleinen Hinweise auf 18+, Sucht und Hilfe sind ein Qualitätsmerkmal. Fehlen sie, ist Vorsicht geboten.
- Den Bonus über alles stellen: Ein besonders lauter Bonus in der Werbung sagt nichts über den Spielerschutz. Ein hoher Bonus ohne Limits deutet eher auf einen Anbieter ohne deutsche Lizenz hin.
Ausblick: die Debatte
Die Regeln zur Glücksspielwerbung sind kein abgeschlossenes Thema, sondern Gegenstand einer laufenden Debatte. Suchtexperten und Verbraucherschützer fordern immer wieder strengere Grenzen, etwa ein weitergehendes Verbot von Sportsponsoring oder engere Vorgaben für soziale Medien. Auf der anderen Seite steht das Argument der Kanalisierung: Zu strenge Werberegeln könnten den legalen Markt schwächen und Spieler in den Schwarzmarkt drängen.
Für dich als Verbraucher bedeutet das vor allem, dass sich Details in Zukunft ändern können. Die grundlegenden Prinzipien aber sind stabil: Schutz vor allem für Jugendliche und gefährdete Menschen, klare Pflichthinweise und ein hartes Vorgehen gegen die Bewerbung illegaler Angebote. Wer diese Leitlinien kennt, ist auch bei künftigen Anpassungen gut orientiert.
Fazit
Glücksspielwerbung in Deutschland bewegt sich in einem engen, klar abgesteckten Rahmen. Werbung für legale, lizenzierte Anbieter ist grundsätzlich erlaubt, aber beschränkt: Für Online-Slots und Online-Poker gilt im Fernsehen und Internet das Nachtzeitfenster von 21 bis 6 Uhr, jede Werbung braucht Pflichthinweise auf 18+, Suchtrisiken und Hilfe, und niemand darf Minderjährige oder gesperrte Spieler ansprechen. Werbung für den Schwarzmarkt ist verboten, und die GGL geht gegen unerlaubte Werbung und illegale Anbieter vor.
Für dich zählt vor allem eine Erkenntnis: Werbung ist kein Gütesiegel. Der einzige verlässliche Test bleibt der Blick auf die Lizenz. Wenn du mehr über den legalen Rahmen wissen willst, lies unseren Überblick zu den Casino-Lizenzen und behalte beim Spielen selbst immer den verantwortungsvollen Umgang im Blick. So durchschaust du jede Werbung und entscheidest bewusst, statt dich von einem Spot leiten zu lassen.
Häufige Fragen
Ist Werbung für Online Casinos in Deutschland erlaubt?
Grundsätzlich ja, aber nur für legale, in Deutschland lizenzierte Angebote und nur unter strengen Beschränkungen. Werbung für unerlaubtes, nicht lizenziertes Glücksspiel vom Schwarzmarkt ist dagegen verboten. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 legt fest, dass Werbung nicht irreführend sein darf, sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Spieler richten darf und auf die Volljährigkeit sowie auf Suchtrisiken hinweisen muss.
Wann darf im TV für Online Casinos geworben werden?
Werbung für virtuelle Automatenspiele (Online-Slots) und Online-Poker ist im Fernsehen und im Internet nur in der Zeit zwischen 21:00 Uhr und 06:00 Uhr zulässig. Dieses sogenannte Nachtzeitfenster soll verhindern, dass Kinder, Jugendliche und ein breites Tagespublikum ungefiltert mit dieser Werbung erreicht werden. Außerhalb dieses Fensters ist entsprechende TV-Werbung für diese Spielformen nicht erlaubt.
Warum gibt es Casino-Werbung erst nachts?
Das Nachtzeitfenster von 21 bis 6 Uhr ist ein Instrument des Jugend- und Spielerschutzes. Tagsüber und am frühen Abend erreicht Fernseh- und Internetwerbung besonders viele Minderjährige und Menschen, die für Glücksspiel anfällig sind. Indem Werbung für Online-Slots und Online-Poker auf die Nacht beschränkt wird, sinkt die Reichweite bei diesen besonders schutzbedürftigen Gruppen deutlich.
Dürfen Influencer für Casinos werben?
Influencer und Streamer unterliegen denselben Regeln wie klassische Werbung. Sie dürfen nur für legale, in Deutschland lizenzierte Angebote werben, müssen die Werbung als solche kenntlich machen und dürfen sich nicht gezielt an Minderjährige richten. Die Bewerbung illegaler, nicht lizenzierter Angebote ist verboten und wird von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) verfolgt. Gerade im Umfeld von Casino-Streams ist das ein wiederkehrendes Thema.
Wer kontrolliert die Glücksspielwerbung in Deutschland?
Zuständig ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz in Halle (Saale). Sie überwacht die Einhaltung des Glücksspielstaatsvertrags 2021, geht gegen unerlaubte Werbung und gegen illegale Anbieter vor und kann Verstöße untersagen und ahnden. Ihre Aufsicht umfasst auch Werbung im Internet, in sozialen Medien und durch Influencer.
Ist Trikot- und Sportsponsoring durch Casinos erlaubt?
Sponsoring durch legale Anbieter ist grundsätzlich möglich, aber ein umstrittenes und politisch diskutiertes Thema, und bestimmte Formen sind eingeschränkt. Immer wieder wird über strengere Regeln oder Verbote für Trikot- und Bandenwerbung im Sport debattiert, weil damit auch viele junge Fans erreicht werden. Für Sponsoring gelten dieselben Grundsätze wie für andere Werbung, etwa das Verbot der Bewerbung illegaler Angebote.
Welche Pflichthinweise muss Glücksspielwerbung enthalten?
Werbung muss auf die Volljährigkeit hinweisen (18+), auf die Suchtrisiken des Glücksspiels aufmerksam machen und auf Hilfe- und Sperrmöglichkeiten verweisen. Ziel dieser Pflichthinweise ist es, dass die Werbung nicht nur zum Spielen anregt, sondern zugleich über Risiken und Schutzangebote informiert. Werbung, die Glücksspiel verharmlost oder als Lösung finanzieller Probleme darstellt, ist unzulässig.
Darf sich Glücksspielwerbung an Jugendliche richten?
Nein. Werbung darf sich nicht an Minderjährige oder an gesperrte Spieler richten und diese nicht besonders ansprechen. Untersagt sind daher Motive, Personen und Kanäle, die gezielt ein junges Publikum ansprechen. Auch der Auftritt in einem überwiegend jugendlichen Umfeld, etwa bei bestimmten Influencer-Formaten, ist aus diesem Grund kritisch zu sehen.
Was ist am Nachtzeitfenster von 21 bis 6 Uhr genau geregelt?
Das Nachtzeitfenster betrifft Werbung für virtuelle Automatenspiele (Online-Slots) und Online-Poker im Fernsehen und im Internet. Diese Werbung ist ausschließlich zwischen 21:00 Uhr und 06:00 Uhr zulässig. Andere Glücksspielformen und andere Werbekanäle können abweichenden Regeln unterliegen, doch für die genannten Online-Spielformen ist die zeitliche Beschränkung ein zentraler Baustein des Glücksspielstaatsvertrags 2021.
Warum ist Werbung für Schwarzmarkt-Casinos verboten?
Werbung für unerlaubtes, nicht in Deutschland lizenziertes Glücksspiel ist verboten, weil diese Anbieter sich den deutschen Schutzvorgaben entziehen. Sie kennen kein Einzahlungslimit, keine OASIS-Sperre und keine Aufsicht durch die GGL. Würde man Werbung dafür zulassen, würde man Spieler in einen Bereich locken, der weder Spielerschutz noch Rechtssicherheit bietet. Die GGL geht deshalb gegen solche Werbung und gegen die dahinterstehenden illegalen Anbieter vor.
Ist Casino-Werbung im Radio oder in Zeitungen erlaubt?
Werbung für legale Anbieter ist über verschiedene Kanäle grundsätzlich möglich, unterliegt aber stets den allgemeinen Beschränkungen: keine Irreführung, kein Ansprechen von Minderjährigen oder gesperrten Spielern und Pflichthinweise auf Alter, Risiken und Hilfe. Das feste Nachtzeitfenster von 21 bis 6 Uhr gilt ausdrücklich für Fernsehen und Internet und betrifft Online-Slots und Online-Poker; für andere Kanäle und Spielformen sind die Vorgaben teils anders ausgestaltet.
Was droht bei verbotener Glücksspielwerbung?
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder kann unerlaubte Werbung untersagen und gegen die Verantwortlichen vorgehen. Das betrifft sowohl Anbieter als auch Werbepartner wie Influencer, die illegale Angebote bewerben. Die Behörde geht zugleich gegen die illegalen Anbieter selbst vor. Wer verbotene Werbung schaltet oder illegale Angebote bewirbt, riskiert also ein behördliches Einschreiten.
Woran erkenne ich, ob eine Casino-Werbung legal ist?
Ein starkes Zeichen sind die Pflichthinweise auf 18+, auf Suchtrisiken und auf Hilfe- und Sperrmöglichkeiten sowie die Nennung eines in Deutschland lizenzierten Anbieters. Ob ein beworbener Anbieter tatsächlich erlaubt ist, lässt sich über die offizielle Whitelist der GGL auf gluecksspiel-behoerde.de prüfen. Fehlen Pflichthinweise, wirkt die Werbung reißerisch oder verspricht sichere Gewinne, ist Vorsicht geboten.