Auszahlungsquoten bei Tisch- und Live-Spielen: die Rechnung zum Mitmachen

Ein europäisches Roulette-Rad hat 37 Felder. Ausgezahlt wird, als hätte es 36.
Aus dieser einen Differenz folgt der komplette Hausvorteil des Spiels, und er fällt für jede Standardwette am Tisch exakt gleich hoch aus. Herleiten lässt sich das in zwei Zeilen, ohne Insiderwissen und ohne dass ein Hersteller etwas offenlegen müsste. Bei einem Spielautomaten ist dieselbe Herleitung ausgeschlossen: Dort steht die Quote in der Spielinformation, weil jemand sie dort hingeschrieben hat.
Das macht Tischspiele rechnerisch nachprüfbar. Gewinnbar macht es sie nicht.
Ein Rad mit 37 Feldern, ausgezahlt wird für 36
Der europäische Kessel trägt die Zahlen 1 bis 36 und eine Null, zusammen 37 Felder. Die Auszahlungstabelle ist aber nach der 36 gebaut. Eine Wette, die k Zahlen abdeckt, zahlt das (36 − k) / k-fache des Einsatzes: bei einer einzelnen Zahl 35 zu 1, bei einem Dutzend 2 zu 1, bei Rot mit achtzehn Zahlen 1 zu 1.
Setz das in den Erwartungswert ein. Mit Wahrscheinlichkeit k/37 gewinnst du (36 − k) / k Einheiten, mit Wahrscheinlichkeit (37 − k) / 37 verlierst du eine. Der Zähler wird zu (36 − k) − (37 − k), und darin kürzt sich das k vollständig heraus. Übrig bleibt −1/37, egal wie viele Zahlen die Wette abdeckt.
−1/37 sind −0,027027, also ein Hausvorteil von rund 2,70 Prozent und eine Auszahlungsquote von 36/37 oder rund 97,30 Prozent. Auf einen eingesetzten Euro erwartest du 97,3 Cent zurück, gemittelt über sehr viele Runden und nicht über deine nächste Stunde.
Daraus folgt, was Wettsysteme stillschweigend bestreiten: Weil jede Standardwette denselben Erwartungswert hat, ergibt jede Kombination daraus wieder denselben Wert. Ein Setzmuster verändert die Verteilung der Ergebnisse, den Mittelwert erreicht es nicht. Die verbreiteten Muster nehmen wir im Beitrag zu Roulette-Strategien auseinander, die Spielregeln stehen in unserer Einführung ins Roulette.
Eine Ausnahme steht in den Tischregeln. Wo die Regel La Partage gilt, bekommst du bei der Null auf einfachen Chancen wie Rot oder Schwarz den halben Einsatz zurück. Der erwartete Verlust halbiert sich damit auf −1/74, also rund 1,35 Prozent bei einer Quote von rund 98,65 Prozent. Das ist der einzige Hebel am Roulettetisch, der die Zahl bewegt, und er steht im Informationsfenster des Tisches; die Varianten führen wir unter Online-Roulette.
Die zweite Null kostet fast doppelt so viel
Der amerikanische Kessel hat zusätzlich eine Doppelnull, also 38 Felder. Die Auszahlungstabelle bleibt dieselbe, sie ist weiterhin nach der 36 gebaut. In der Herleitung ändert sich damit nur ein Nenner: Der Erwartungswert wird zu (36 − k) − (38 − k) geteilt durch 38, also −2/38.
−2/38 sind −0,052632, ein Hausvorteil von rund 5,26 Prozent und eine Quote von rund 94,74 Prozent. Exakt verdoppelt ist der Wert nicht, das Verhältnis zu 1/37 beträgt 1,95. Für dieselbe Wette am optisch fast gleichen Tisch zahlst du fast das Doppelte.
Eine Wette am amerikanischen Kessel fällt aus der Systematik. Die Fünferreihe deckt Null, Doppelnull, 1, 2 und 3 ab. Nach der 36er-Logik müsste sie 6,2 zu 1 zahlen, ausgezahlt werden 6 zu 1. Der Erwartungswert liegt damit bei (5 × 6 − 33) / 38 = −3/38, also rund −7,89 Prozent bei einer Quote von rund 92,11 Prozent.
| Wette | Erwartungswert je Einsatz | Hausvorteil | Auszahlungsquote |
|---|---|---|---|
| Europäischer Kessel, jede Standardwette | −1/37 | 2,70 % | 97,30 % |
| Europäischer Kessel mit La Partage, einfache Chance | −1/74 | 1,35 % | 98,65 % |
| Amerikanischer Kessel, jede Standardwette | −2/38 | 5,26 % | 94,74 % |
| Amerikanischer Kessel, Fünferreihe | −3/38 | 7,89 % | 92,11 % |
Der Kesseltyp steht im Spielnamen oder im Informationsfenster, und die Zahl der Nullen ist auf dem Kessel selbst zu sehen. Eine Lobby-Kachel, auf der schlicht Roulette steht, sagt dir das nicht. Diese Prüfung kostet Sekunden und entscheidet über den Faktor 1,95 in deiner Rechnung.
Beim Slot endet das Nachrechnen bei der ersten Zahl
Bei einem Spielautomaten folgt die Quote ebenfalls aus einem Modell, doch dieses Modell liegt nicht offen. Sichtbar ist die Gewinntabelle, nicht sichtbar sind die Walzenbänder, also die Häufigkeit jedes Symbols auf jeder Walze. Ohne sie fehlt der Rechnung die Hälfte der Eingangsgrößen, und die ausgewiesene Quote bleibt eine Herstellerangabe, die man annehmen oder prüfen lassen muss. Das führen wir im Beitrag zur Auszahlungsquote bei Slots aus; dass derselbe Titel zusätzlich in mehreren konfigurierten Fassungen laufen kann, ordnet der Text zu den RTP-Versionen ein.
Am Tisch liegen sämtliche Eingangsgrößen offen: Feldzahl, Auszahlungstabelle, Kommission, Blackjack-Auszahlung, Dealer-Regel, Nebenwetten. Sie sind Teil des Spiels, das du siehst. Die Quote ist hier eine Folge der Regeln und keine separate Angabe, der du glauben musst. Was sie über den langen Verlauf aussagt, steht in unserer Grundlage zum Hausvorteil im Casino.
Dieser Unterschied betrifft die Nachprüfbarkeit und nicht die Großzügigkeit. Die Fünferreihe kostet mit 7,89 Prozent Hausvorteil fast das Doppelte eines Automaten, der 96 Prozent ausweist, und die Nebenwette weiter unten kostet noch einmal deutlich mehr. Ob die Zufallsquelle ein Kessel oder ein Generator ist, spielt in der Rechnung übrigens keine Rolle, solange sie unverzerrt arbeitet; wie das geprüft wird, steht im Text zum Zufallsgenerator.
Blackjack: Die Quote steht erst fest, wenn du entschieden hast
Beim Roulette ist die Rechnung mit den Regeln abgeschlossen, weil es nichts zu entscheiden gibt. Beim Blackjack gehen zwei Größen ein: die Regeln des Tisches und deine Spielweise. Solange eine davon offen ist, existiert keine Quote für dieses Spiel.
6:5 statt 3:2, eine einzige Zeile in den Tischregeln
Ein Blackjack aus den ersten beiden Karten wird klassisch mit 3:2 ausgezahlt, also dem 1,5-fachen des Einsatzes. Manche Tische zahlen 6:5, also das 1,2-fache. Die Differenz beträgt 0,3 Einsätze.
Im Modell mit Ziehen und Zurücklegen haben vier der dreizehn Ränge den Wert zehn und einer ist das Ass. Ein Blackjack entsteht als Ass plus Zehnwert in beliebiger Reihenfolge, also mit einer Wahrscheinlichkeit von 2 × (1/13) × (4/13) = 8/169 oder rund 4,73 Prozent. Multipliziert mit 0,3 ergibt das 1,42 Prozentpunkte. Weil ein Teil dieser Blätter unentschieden endet, wenn der Dealer ebenfalls einen Blackjack hat, bleiben rund 1,35 Prozentpunkte übrig.
Das ist die Hälfte des gesamten Hausvorteils am europäischen Kessel, hier aber als Aufschlag auf einen Wert, der ohne diese Regel deutlich niedriger liegt. Über die Blackjack-Quote zu sprechen, ohne den Tisch zu nennen, beschreibt daher kein Spiel, das man tatsächlich spielen kann.
Die Versicherung, einmal ausgerechnet
Zeigt der Dealer ein Ass, wird eine Versicherung angeboten. Sie zahlt 2:1 und gewinnt, wenn die verdeckte Karte einen Zehnwert hat. Im selben Modell trifft das auf vier der dreizehn Ränge zu.
Der Erwartungswert je versicherter Einheit beträgt (4/13) × 2 − (9/13) × 1 = 8/13 − 9/13 = −1/13, also rund −7,69 Prozent. Das ist knapp das Dreifache des Hausvorteils am europäischen Kessel, angeboten an einem Tisch, dessen Hauptspiel deutlich besser dasteht. Bei endlich vielen Decks verschiebt sich der Wert mit den bereits sichtbaren Karten, und ohne deren Erfassung hast du diese Verschiebung nicht zur Verfügung.
Was die veröffentlichte Blackjack-Zahl stillschweigend voraussetzt
Jede Quotenangabe für Blackjack unterstellt eine bestimmte Spielweise, nämlich die Basisstrategie. Diese Tabelle wählt für jede Kombination aus eigener Hand und offener Dealerkarte die Entscheidung mit dem höchsten Erwartungswert. Daraus folgt unmittelbar, dass jede Abweichung einen Erwartungswert hat, der höchstens genauso hoch ist. Die veröffentlichte Zahl ist eine Obergrenze und lässt sich nur unterschreiten.
Wie weit unbedarftes Spiel darunter landet, hängt daran, welche Entscheidungen wie oft abweichen. Einen festen Wert gibt es dafür nicht, und wir nennen deshalb auch keinen. Was in der Tabelle steht, erklärt der Beitrag zur Blackjack-Basisstrategie; die Regelvarianten der einzelnen Tische führen wir unter Online-Blackjack.
Auch am bestmöglichen Tisch mit fehlerfreier Spielweise bleibt der Erwartungswert negativ. Die Basisstrategie verkleinert den Nachteil, sie beseitigt ihn nicht.
Baccarat: Die Kommission auf den Bankgewinn ist eine Korrektur
Baccarat kennt keine Entscheidungen. Ob eine dritte Karte gezogen wird, legen feste Ziehregeln fest, an denen weder du noch der Dealer etwas ändern. Damit ist die gesamte Verteilung auszählbar. Für acht Decks ergibt die vollständige Auszählung: Die Bank gewinnt in rund 45,86 Prozent der Coups, der Spieler in rund 44,62 Prozent, und in rund 9,52 Prozent endet der Coup unentschieden.
Für die Spielerwette folgt daraus direkt 0,4462 − 0,4586 = −0,0124, also rund −1,24 Prozent bei einer Quote von rund 98,76 Prozent.
Bei der Bankwette wird es interessant. Ohne Abzug läge ihr Erwartungswert bei 0,4586 − 0,4462 = +0,0124, also plus 1,24 Prozent zugunsten des Spielers. Eine Wette mit positivem Erwartungswert kann kein Anbieter ins Programm nehmen, weshalb auf Bankgewinne eine Kommission erhoben wird. Ein Abzug von 1 − 0,4462/0,4586 = 0,0270, also 2,70 Prozent, würde die Wette exakt auf null stellen. Die Standardregel sieht 5 Prozent vor; abweichende Sätze stehen in den Tischregeln.
Damit ergibt sich 0,4586 × 0,95 − 0,4462 = −0,0105, also rund −1,05 Prozent und eine Quote von rund 98,95 Prozent. Die Kommission schießt dabei über ihr Ziel hinaus: Sie kostet 0,4586 × 0,05 = 0,0229, also 2,29 Prozentpunkte, während 1,24 Prozentpunkte zur Neutralisierung gereicht hätten. Die Bankwette bleibt trotzdem die bessere der beiden, weil dieser Überschuss von 1,05 Prozentpunkten kleiner ausfällt als der Vorsprung von 1,24 Prozentpunkten, den sie ursprünglich hatte. Gleichauf mit der Spielerwette läge sie erst bei einer Kommission von rund 5,4 Prozent.
Die Unentschieden-Wette zahlt je nach Tisch 8:1 oder 9:1. Rechnerisch fair wären bei 9,52 Prozent Trefferwahrscheinlichkeit etwa 9,50 zu 1. Bei 8:1 liegt der Erwartungswert bei 0,0952 × 8 − 0,9048 = −0,1432, also rund −14,32 Prozent bei einer Quote von rund 85,68 Prozent. Das ist rund das Fünffache des Roulette-Hausvorteils, angeboten am selben Tisch wie zwei Wetten knapp über einem Prozent. Wo 9:1 gezahlt wird, sinkt der Wert auf −4,80 Prozent und bleibt damit klar schlechter als Bank und Spieler. Die Abläufe stehen in unserer Baccarat-Einführung und unter Online-Baccarat.
An dieser Stelle kippt die Rechnung
Nebenwetten sind eigenständige Wetten mit eigenen Regeln und eigener Quote. Sie werden am selben Tisch, in derselben Runde und mit denselben Chips abgerechnet wie das Hauptspiel und vollständig getrennt davon berechnet. Optisch sitzen sie mitten in einem Spiel mit niedrigem Hausvorteil.
Rechnen wir eine durch. Angenommen, ein Blackjack-Tisch spielt mit sechs Decks und zahlt 11:1, wenn deine ersten beiden Karten denselben Rang haben. Sechs Decks sind 312 Karten. Nach der ersten Karte liegen 311 im Schlitten, davon teilen 23 ihren Rang. Die Trefferwahrscheinlichkeit beträgt 23/311 oder rund 7,40 Prozent.
Der Erwartungswert ergibt sich zu (23/311) × 11 − (288/311) × 1 = (253 − 288) / 311 = −35/311, also rund −11,25 Prozent bei einer Quote von rund 88,75 Prozent. Wer denselben Betrag auf die Nebenwette setzt wie auf sein Blatt, verdoppelt seinen Umsatz je Runde und lässt die zweite Hälfte davon zu dieser Quote laufen.
Die 11:1 sind eine von uns gesetzte Beispielregel, reale Tische zahlen unterschiedlich. Die Formel bleibt dieselbe: Erwartungswert = Trefferwahrscheinlichkeit × Auszahlung − Gegenwahrscheinlichkeit. Setz die Zahlen deines Tisches ein. Welche Varianten es gibt, haben wir unter Blackjack Side Bets gesammelt; die Fünferreihe am amerikanischen Kessel ist derselbe Vorgang innerhalb des Roulettes.
Der Live-Tisch verändert den Umsatz, die Quote bleibt
Je Runde gelten die Zahlen oben unverändert, solange die Regeln identisch sind. Ein Kessel mit 37 Feldern, den ein Dealer im Studio dreht, erzeugt dieselbe Verteilung wie ein Generator, der eines von 37 Feldern zieht. Wie diese Studios arbeiten, beschreibt unser Text zum Live-Casino-Studio.
Verändert wird etwas anderes, und es steht in keiner Quotenangabe: die Zahl der Runden pro Stunde, die Tischlimits und das Angebot an Nebenwetten. Der erwartete Verlust hängt am Umsatz.
Erwarteter Verlust = Einsatz je Runde × Anzahl der Runden × Hausvorteil. Bei 2 Euro über 50 Runden am europäischen Kessel sind das 100 Euro Umsatz und ein erwarteter Verlust von 2,70 Euro. Verdoppelt sich die Rundenzahl bei gleichem Einsatz, verdoppelt sich der erwartete Verlust, obwohl sich die Quote keinen Millimeter bewegt hat.
Beim Vergleich von Live-Tisch und Automat fehlt dieser Punkt regelmäßig: Liegt das Mindestlimit eines Live-Tisches über dem Betrag, den du am Automaten je Runde setzen würdest, kann dein erwarteter Verlust je Stunde am Tisch mit der besseren Quote höher ausfallen. Rechne mit den Limits, die an deinem Tisch stehen. Die Tischarten führt unser Live-Casino-Guide auf, Hinweise zum Einstieg gibt der Ratgeber Live-Casino.
Zum deutschen Rahmen zwei Einordnungen. Die Einsatzgrenze von einem Euro je Spielrunde aus dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 ist für virtuelle Automatenspiele geschrieben; Tisch- und Live-Spiele werden davon getrennt behandelt, und was ein Anbieter anbieten darf, hängt an seiner Erlaubnis. Das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro im Monat gilt dagegen für dein Konto unabhängig vom Spiel. Ob ein konkretes Tischangebot von einer deutschen Erlaubnis gedeckt ist, solltest du auf Anbieterseite prüfen; die Systematik ordnen wir in der Regulierungsübersicht und unter Online-Casino Deutschland legal ein.
Game Shows: Der Multiplikator wird aus dem Grundspiel bezahlt
Klassische Tischspiele beziehen ihre Verteilung aus einem festen, abzählbaren Gegenstand: 37 Felder, 52 Karten. Game Shows fügen Bestandteile hinzu, deren Verteilung eine Entwurfsentscheidung ist. Wie viele Multiplikatorfelder ein Rad trägt, wie hoch sie ausfallen und was eine Bonusrunde im Mittel ausschüttet, legt der Hersteller fest. Ein Teil davon ist im Bild abzählbar, ein Teil nicht. Damit schwächt sich genau die Eigenschaft ab, die Tischspiele nachrechenbar macht, und die Bauweise nähert sich der eines Automaten an, samt der Frage nach der Volatilität, die eine Quotenangabe nicht abbildet.
Ein selbst konstruiertes Beispiel zeigt, was ein Multiplikator kostet. Rad A hat 40 Felder und eine einzige Wettart, die 1:1 zahlt. 19 Felder gewinnen, 21 verlieren. Der Erwartungswert beträgt (19 − 21) / 40 = −0,05, also eine Quote von 95 Prozent bei einer Trefferquote von 47,5 Prozent.
Rad B ist dasselbe Rad, nur werden zwei Felder zu Multiplikatorfeldern mit dem Fünffachen aufgewertet. Damit die Quote bei 95 Prozent bleibt, muss die Zahl der einfachen Gewinnfelder sinken: 13 Felder zahlen 1:1, 2 Felder zahlen 5:1, 25 Felder verlieren, zusammen wieder 40. Der Erwartungswert beträgt (13 + 10 − 25) / 40 = −0,05, also erneut 95 Prozent.
| Kennzahl | Rad A | Rad B |
|---|---|---|
| Felder mit Auszahlung 1:1 | 19 | 13 |
| Felder mit Auszahlung 5:1 | 0 | 2 |
| Verlustfelder | 21 | 25 |
| Erwartungswert je Einsatz | −0,05 | −0,05 |
| Auszahlungsquote | 95,0 % | 95,0 % |
| Trefferquote | 47,5 % | 37,5 % |
| Standardabweichung je Runde | rund 1,00 Einsätze | rund 1,48 Einsätze |
Gleiche Quote, zehn Prozentpunkte weniger Treffer und eine Streuung, die um knapp die Hälfte steigt. Der Multiplikator liegt nicht oben auf dem Spiel, er wird aus den gewöhnlichen Feldern bezahlt, und wer ihn will, zahlt mit leeren Runden dafür. Eine Quotenangabe zeigt diesen Handel nicht an, und das ist dieselbe blinde Stelle, die sie am Automaten hat. Welche Formate im Live-Bereich darunter fallen, steht im Beitrag zu den Game Shows im Live-Casino.
Die Bonus-Gewichtung frisst den Vorsprung auf
Der rechnerische Vorsprung von Tischspielen hält genau bis zur Umsatzphase eines Bonus. Bonusbedingungen werten Tischspiel-Einsätze voll, anteilig oder gar nicht; welcher Fall für dein Angebot gilt, steht in dessen Bedingungen.
Die Rechnung hat zwei Schritte. Erstens: benötigter Umsatz = Umsatzanforderung geteilt durch den Gewichtungsfaktor. Zweitens: erwarteter Verlust = dieser Umsatz mal Hausvorteil. Die folgenden Eingangswerte sind Platzhalter, die du durch die Zahlen deines Angebots ersetzen musst.
| Weg zur Auszahlung | Slot mit ausgewiesenen 96 % | Europäisches Roulette |
|---|---|---|
| Hausvorteil | 4,00 % | 2,70 % |
| Gewichtung (Platzhalter) | 100 % | 10 % |
| Umsatzanforderung (Platzhalter) | 1.000 € | 1.000 € |
| Tatsächlich zu setzender Umsatz | 1.000 € | 10.000 € |
| Erwarteter Verlust bis zur Auszahlung | 40 € | 270 € |
Das Spiel mit der besseren Quote kostet hier das 6,75-Fache, weil die Gewichtung den nötigen Umsatz verzehnfacht. Der Quotenvorteil von 1,3 Prozentpunkten wird von einem Faktor überrollt, der in einer ganz anderen Größenordnung arbeitet. Wie Gewichtungen aufgebaut sind, steht im Beitrag zur Spielgewichtung im Casino-Bonus, die Mechanik der Anforderung im Ratgeber Umsatzbedingungen, und durchrechnen lässt sich dein eigenes Angebot mit dem Umsatzbedingungen-Rechner.
Manche Bedingungen nennen zusätzlich einen Höchsteinsatz während der Umsatzphase oder erklären den Bonus für verfallen, wenn ein ausgeschlossenes Spiel bespielt wird. Diese Klausel kostet keine Prozentpunkte. Sie kostet das Guthaben.
Der Erwartungswert bleibt negativ, er sinkt nur langsamer
Jede Zahl in diesem Text ist ein Erwartungswert je eingesetztem Euro, und jede einzelne davon steht unter null. Zwischen dem besten Wert, der Bankwette mit rund −1,05 Prozent, und dem schlechtesten, der Unentschieden-Wette mit 8:1 und rund −14,32 Prozent, liegt mehr als der Faktor dreizehn. Das Vorzeichen ist bei beiden dasselbe.
Eine bessere Quote kauft Zeit. Bei gleichem Einsatz und gleicher Rundenzahl liegt der erwartete Verlust bei 97,30 Prozent bei gut einem Drittel dessen, was bei 92,11 Prozent anfällt. Über eine einzelne Sitzung entscheidet trotzdem die Streuung, weil der Erwartungswert bei ein paar Dutzend Runden ein sehr kleiner Betrag ist. Was die Quote bestimmt, ist die Richtung auf lange Sicht.
Für die Auswahl eines Spiels heißt das: erst die Regeln lesen, dann die Zahl. Die Zahl der Nullen, die Blackjack-Auszahlung, die Kommission, die Auszahlungen der Nebenwetten und die Tischlimits sind alle nachlesbar, und alle bewegen die Rechnung. Eine Kachel in der Lobby verrät dir keine davon.
Und die Größe, die alle Quoten überstimmt, steht in keinem Informationsfenster: der Umsatz. Runden mal Einsatz mal Hausvorteil ergibt den erwarteten Verlust, und die ersten beiden Faktoren stehen vollständig unter deiner Kontrolle. Wer ein Spiel mit 97,30 Prozent doppelt so schnell spielt wie eines mit 94,74 Prozent, hat den Quotenvorteil abgegeben, bevor die erste Runde abgerechnet ist. Welche Spielart zu welcher Erwartung passt, ordnet unser Ratgeber Welches Casino-Spiel passt zu mir ein.
Fragen, die beim Nachrechnen aufkommen
Ich setze gleichzeitig auf Rot und auf Schwarz. Hebt sich der Hausvorteil dadurch auf?
Nein. Mit je einem Euro auf Rot und auf Schwarz deckst du 36 der 37 Felder ab. Fällt eine Zahl von 1 bis 36, gewinnt eine Wette einen Euro und die andere verliert einen, unter dem Strich also null. Fällt die Null, verlierst du beide Einsätze. Der Erwartungswert beträgt 36/37 mal null plus 1/37 mal minus zwei, also minus 2/37 auf zwei Euro Gesamteinsatz und damit wieder minus 1/37 je eingesetztem Euro. Wetten mit gleichem Erwartungswert lassen sich nicht zu einem besseren kombinieren.
Der Tisch weist 98,95 Prozent aus und ich habe trotzdem alles verloren. Stimmt die Angabe nicht?
Die Angabe ist ein Erwartungswert über sehr viele Runden und sagt nichts über eine einzelne Sitzung. Bei 1,05 Prozent Hausvorteil und 100 Euro Gesamteinsatz beträgt die rechnerische Erwartung etwas über einen Euro Verlust. Bei einigen Dutzend Runden bestimmt die Streuung das Ergebnis fast vollständig, und ein tatsächliches Ergebnis von minus 100 Euro oder plus 80 Euro liegt in dieser Verteilung.
Wenn Banker rechnerisch besser abschneidet, warum setzt dann nicht jeder ausschließlich auf Banker?
Weil auch die bessere der beiden Wetten einen negativen Erwartungswert hat und der Abstand zwischen beiden klein ist gegenüber der Schwankung je Runde. Dazu kommt, dass die Rechnung an die Tischregeln gebunden bleibt: Es gibt Varianten ohne Kommission, bei denen dafür eine bestimmte Bankgewinn-Konstellation nur zur Hälfte auszahlt. Dort musst du die Rechnung mit den Auszahlungen deines Tisches neu aufstellen.
Meine Tischspiel-Einsätze werden im Bonus nur anteilig gewertet. Lohnt sich das trotzdem?
Das hängt an drei Zahlen aus deinen Bonusbedingungen: Umsatzanforderung, Gewichtungsfaktor und Hausvorteil des Spiels. Teile die Anforderung durch den Faktor, das ergibt den Umsatz, den du tatsächlich setzen musst; multipliziert mit dem Hausvorteil ergibt das den erwarteten Verlust bis zur Auszahlung. Liegt er über dem Wert des Bonus, rechnet sich der Weg nicht. Prüfe zusätzlich, ob das Spiel während der Umsatzphase erlaubt ist, denn manche Bedingungen lassen den Bonus sonst verfallen.
Kann ich am Blackjack-Tisch durch bessere Entscheidungen einen Vorteil gegenüber dem Casino erreichen?
Nein. Die Basisstrategie wählt für jede Kombination aus eigener Hand und offener Dealerkarte die Entscheidung mit dem höchsten Erwartungswert. Sie ist damit die Obergrenze dessen, was Entscheidungen am Tisch leisten können, und diese Obergrenze liegt weiterhin unter null. Jede Abweichung hat einen Erwartungswert, der höchstens genauso hoch ausfällt. Entscheidungen verkleinern den Nachteil, sie drehen ihn nicht um.
Woran sehe ich vor dem Einsteigen, mit welchen Regeln ein Tisch läuft?
Die Regeln stehen im Informationsfenster des Spiels, das sich vor dem ersten Einsatz öffnen lässt. Fünf Angaben tragen die Rechnung: die Zahl der Nullen im Kessel, die Auszahlung für einen Blackjack, die Dealer-Regel bei Soft 17, die Höhe einer Kommission und die Auszahlungen der Nebenwetten. Dazu kommen Mindest- und Höchsteinsatz, weil sie über den Umsatz wirken. Fehlt eine dieser Angaben, lässt sich die Quote für diesen Tisch nicht bestimmen.
An meinem Tisch zieht der Dealer bei Soft 17 eine weitere Karte. Ist das für mich schlechter?
Ja, diese Regel arbeitet gegen dich. Eine Soft-17-Hand enthält ein Ass, das wahlweise als Eins oder als Elf zählt, und kann deshalb mit einer einzigen weiteren Karte nicht überkaufen. Der Dealer zieht also in einer Lage, in der er seine Hand nur verbessern oder unverändert lassen kann. Wie groß der Effekt ausfällt, ergibt sich erst aus einer vollständigen Auszählung der übrigen Tischregeln; einen Einzelwert nennen wir dafür nicht.